Was mach ich nur mit Susanne

Heute morgen hatte ich wieder dasselbe Bild wie die letzten Tage – Susanne zieht ein Gesicht, als hätte ihr jemand den Lolly geklaut und keiner weiß, was sie genau für ein Problem hat. Ich habe beschlossen mich heute Mittag, während Susanne ihre Pause macht, nochmal mit Jenny zu unterhalten.

Mal schauen, was sie so von der ganzen Geschichte hier hält. Das hat ja auch ne ziemlich miese Auswirkung auf das Betriebsklima und ich hab keine Lust, Melanie und Jenny da im Regen stehen zu lassen. Jenny sortierte ihr Bürsten Set und rückte sich gerade Ihre Friseur Haarklemmen in ihrer Tasche zurecht, als ich sie auf Susanne ansprach. Sie sah mich zuerst nur lange an und ich merkte sofort, dass sie ziemlich bald platzen würde, wenn dieser letzte Kunde nicht augenblicklich den Salon verlassen würde. Glücklicherweise musste ich nur noch abkassieren und schon war er raus. Jenny konnte sich nicht mehr halten. So hatte ich sie wirklich noch nie erlebt. In einem lauten und forschen Ton erzählte sie mir, wie ihr Susanne am Dienstag Abend vor dem Salon gesagt hätte, dass sie von ihr absolut nichts halten würde, dass sie junges Ding ja nicht wüsste was in dem Geschäft wichtig wäre und dass sie sich bloß nichts einbilden soll.

Die Abteilklammern, die Jenny gerade in ihre Tasche steckte, hielt sie wie Mordwaffen in der Hand und ich merkte: Jenny war wirklich sauer – so sauer, dass ich sie nicht mehr zu fragen wagte, warum sie mir bis jetzt nichts gesagt hatte. Ich nahm Jenny langsam die Strähnennadeln aus der Hand, die sie schon als nächstes fest im Griff hatte und versprach ihr, dass ich daran umgehend was ändern würde. Da war wirklich dringend ein Gespräch nötig – das kann es echt nicht sein. Susanne schwebt glaube ich wirklich auf irgendeiner Wolke – die kann doch nicht einfach ihre Arbeitskolleginnen beleidigen. Ne, das geht nicht – die bringt nur noch Unruhe hier rein. Entweder die ändert sich oder ich muss die kicken.